Geschichte der Gemeinde Wutach

Die Gemeinde Wutach entstand durch den freiwilligen Zusammenschluss der ehemals selbständigen politischen Gemeinden Ewattingen, Lembach und Münchingen zum 01. Januar 1975.

Sie liegt zwischen 590 und 850 m über dem Meer an der nordöstlichen Grenze des Landkreises Waldshut, in einem Gebiet zwischen dem Schwarzwald im Westen und dem Randen im Osten, geologisch zur West-Baar gehörend. Die Gemarkungsgrenze im Norden und Nordosten ist gleichzeitig auch die Kreisgrenze zu den Landkreisen Schwarzwald-Baar und Breisgau-Hochschwarzwald.

Spuren sehr früher Besiedlung finden sich in Ewattingen und Lembach, so beispielsweise Überreste aus der Urnenfelder-Kultur (etwa 1200 v.Chr.) und aus der älteren und jüngeren Hallstattzeit (800 v.Chr.). Dabei handelt es sich um Grabhügelfelder, die z.T. noch sehr gut erhalten sind. Münzfunde aus der Römerzeit beweisen, dass schon damals Menschen hier gesiedelt haben. Im Zuge der Völkerwanderung und der germanischen Landnahme siedelten hier Alemannen, wie aufgefundene Gräberfelder belegen.

Die Orteile der Gemeinde Wutach weisen bis zum Ende des 2. Weltkrieges eine rein bäuerliche Struktur auf, aber schon im vorigen Jahrhundert konnte die Landwirtschaft nicht mehr alle Bewohner ausreichend versorgen. Außer den Auswanderern nach Amerika gab es besonders nach der Brandkatastrophe von 1875 zahlreiche Stadtflüchtlinge, die in der aufkommenden Industrie ihr Auskommen suchten und fanden. Der 1. Weltkrieg stoppte nur kurzfristig diese Landflucht.

Eine gewisse Wende brachte die Neugründung von sogenannten Zuerwerbsbetrieben im Ort selbst und von kleineren Fabriken in der unmittelbaren Nachbarschaft. An dem nach dem 2. Weltkrieg aufkommenden Tourismus hatte die Gemeinde zunächst nur einen bescheidenen Anteil. In den letzten Jahren hingegen vergrößerte sich dieser in beträchtlichem Umfang. Ferien auf dem Bauernhof zu machen, gilt heute im Zuge der Rückbesinnung auf die Zeit als besonders attraktiv.

Die herrliche Wutachschlucht zieht Geologen, Zoologen und Biologen sowie Wanderer an. Eine gastfreundliche Bevölkerung und nicht zuletzt eine ausgezeichnete Gastronomie sind Garant für eine weitere Aufwärtsentwicklung des Fremdenverkehrs, der sich zunehmend als dritte finanzielle Stütze der Gemeinde darstellt.

Literaturhinweise: Untersuchungen zu Bestattungssitten der Urnenfelderzeit und der älteren Eisenzeit am Hochrhein Die hallstattzeitlichen Grabhügel von Ewattingen und Lembach und die urnenfelderzeitliche Siedlung von Ewattingen im Landkreis Waldshut Verlag: Leipziger Universitätsverlag 2000 Autor: Hans-Joachim Behnke ISBN: 3-934565-65-4